Vorsorgevollmacht – Was ist das?

Was kann in einer Vorsorgevollmacht geregelt werden und was passiert, wenn keine existiert?
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Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie eine/-n Bevollmächtigte*n festlegen, der/die Sie in verschiedensten Bereichen wie beispielsweise Aufenthalts- und Wohnungsangelegenheiten, Vermögenssorge, gegenüber Gerichten und Behörden oder bei gesundheitlichen Entscheidungen vertritt, wenn Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Die meisten Menschengehen davon aus, dass enge Angehörige, seien es die eigenen Kinder oder der Ehepartner, stellvertretend für einen Entscheidungen treffen dürfen, wenn man dies selbst nicht mehr kann. Das ist nach der Gesetzeslage in Deutschland allerdings nicht der Fall. Wenn Sie wollen, dass Ihre Angehörigen in Notsituationen für Sie handeln und rechtsgültige Entscheidungen treffen können, müssen Sie diese mittels einer Vorsorgevollmacht dazu bevollmächtigen. Die von Ihnen bevollmächtigte Person darf nur stellvertretend für Sie handeln, wenn Sie selbst handlungsunfähig sind. Handlungsunfähig können Sie z.B. aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung sein oder werden. Der Ursprung für eine derartige Krankheit oder Behinderung kann auch ein Unfall sein. Konkrete Beispiele hierfür sind Komapatient*innen oder an Demenz Erkrankte.


Warum ist eine Vorsorgevollmacht wichtig und was passiert im Ernstfall?

Sind Sie beispielweise durch die Folge einer schweren Erkrankung oder durch einen Unfall nicht mehr in der Lage, rechtsverbindliche Entscheidungen zu treffen und zu äußern, benötigen Sie eine/-n Bevollmächtigte*n, der oder die dies stellvertretend für Sie tun darf. Hier gilt es besonders zu beachten, dass Sie weder durch Ihre/-n Ehepartner*in noch durch Ihre Kinder oder sonstige Angehörige ohne Weiteres automatisch vertreten werden können. Sobald rechtsverbindliche Entscheidung oder eine Erklärung gefordert ist, können Ihre Angehörigen nur in zwei Fällen stellvertretend für Siehandeln: aufgrund einer Vorsorgevollmacht oder wenn Sie vom Betreuungsgerichtoffiziell als rechtliche/-r Betreuer*in bestellt wurden. Ohne vorliegende Vorsorgevollmacht setzt das Betreuungsgericht eine/-n Betreuer*in für Sie ein, dies kann eine/-r Ihrer Angehörigen oder Ihr/-e Ehepartner*in, aber auch eine vollkommen fremde Person sein.

Was kann in einer Vorsorgevollmacht alles festgehalten werden?

In einer Vorsorgevollmacht haben Sie die Möglichkeit, einen anderen Menschen über verschiedenste Bereiche Ihres Lebens zu bevollmächtigen. Dies kann folgende Bereiche umfassen:

  • Gesundheitsangelegenheiten und Pflegebedürftigkeit
  • Aufenthalts- und Wohnungsangelegenheiten
  • Regelungen im Post- und Telekommunikationsverkehr
  • Vertretung gegenüber Behörden, Versicherungen und Gerichten
  • Vermögensangelegenheiten
  • Untervollmachten
  • Regelungen über den Tod hinaus

Veröffentlicht am
23.2.2021

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