Patientenverfügung – Was ist das?

Wann wird eine Patientenverfügung benötigt und was ist, wenn keine existiert?
Jetzt vorsorgen

Was ist eine Patientenverfügung?

Solange Sie als Patient*in einwilligungsfähig sind, treffen Sie allein die Entscheidungen über medizinische Maßnahmen, die an Ihnen durchgeführt werden sollen. Um aber in medizinischen und pflegerischen Notfällen, in denen Sie nicht mehr über sich selbst entscheiden können, Ihren persönlichen Wunsch und Willen umsetzen und erfüllen zu können, ist eine Patientenverfügung notwendig. In diesem Vorsorgedokument legen Sie im Vorfeld schriftlich fest, welche Maßnahmen bei Ihnen durchgeführt oder unterlassen werden sollen. Dies kann nicht nur im Krankheitsfall relevant sein, sondern auch durch einen Unfall plötzlich notwendig werden. Die Patientenverfügung ist somit in erster Linie an die behandelnden Ärzt*innen und das Behandlungsteam gerichtet, jedoch auch an Ihre Vertrauenspersonen oder Ihre/-n Betreuer*in. Diesen können mit dem Vorhandensein einer Patientenverfügung bedeutungsvolle und wichtige Entscheidungen abgenommen werden.


Was passiert im Ernstfall?

1. Fall: Sie haben in einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung eine/-n Bevollmächtigte*n festgelegt:

In diesem Fall entscheidet Ihr/-e Bevollmächtigte*r zusammen mit dem Behandlungsteam über Ihre anstehende Behandlung. Als Grundlage hierfür dient Ihr mutmaßlicher Wille, nachdem Sie ihn nicht schriftlich festgehalten haben. Als Anhaltspunkt für diesen Willen gelten Ihre früheren mündlichen oder schriftlichen Äußerungen, ethische und religiöse Überzeugungen oder andere persönliche Wertvorstellungen.

2. Fall: Sie haben keine/-n Bevollmächtigte*n festgelegt:

Falls Sie im Vorfeld keine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung erstellt haben, bestellt das Betreuungsgericht eine/-n Betreuer*in für Sie. Diese*r entscheidet dann zusammen mit dem Behandlungsteam über Ihre Behandlung. Diese Person muss nicht zwingend aus Ihrem Umfeld oder Ihrer Familie stammen.

Situation ohne Patientenverfügung
Situation mit Patientenverfügung




Welche Probleme entstehen bei der Umsetzung des Patientenwillens?

Bei der Umsetzung der Patientenverfügung und somit Ihres Willens können unter den folgenden Umständen Schwierigkeiten auftreten. Gerade sehr allgemein formulierte Patientenverfügungen sind meist wenig aussagekräftig und beschreiben in der Regel nicht die konkrete Situation, in der Sie sich zum Behandlungszeitpunkt tatsächlich befinden. Vor allem Ärzt*innen bedauern, dass die Auslegung langer und undeutlich festgehaltener Patientenverfügungen in einer Notfallsituation viel zu zeitintensiv ist und die Dokumente meist ihren eigentlichen Zweck verfehlen, weil der Arzt oder die Ärztin nicht daraus ableiten kann, was genau der/die Patient*in damit meinte. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie Ihre erstellte Patientenverfügung mit Ihrem Hausarzt oder Ihre Hausärztin besprechen – so können Unklarheiten beseitigt werden.


Veröffentlicht am
23.2.2021

Wer weiß schon, was die Zukunft bringt?

Starten Sie jetzt und sichern Sie sich für morgen ab.
Jetzt vorsorgen